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Behandlung Retinaler Venenverschluss

Möglichkeiten & Ansprechpartner

Bis vor wenigen Jahren waren die Möglichkeiten der Medizin zur Behandlung eines retinalen Venenverschlusses (RVV) sehr begrenzt. Glücklicherweise hat sich das inzwischen geändert: Mit modernen Medikamenten kann das Sehvermögen deutlich verbessert werden. Diese Mittel können mit Hilfe einer kleinen Spritze ins Augeninnere eingebracht werden. Sie erzielen in der Regel gute Ergebnisse.

RVV Behandlung – Erhalt und Verbesserung der Sehschärfe

Hat der Augenarzt einen RVV und eine Flüssigkeitsansammlung an der Makula  (Makulaödem) festgestellt, sollte die Therapie des retinalen Venenverschlusses zeitnah beginnen. Hauptziel ist dabei der Erhalt bzw. die Verbesserung der Sehschärfe. Dazu verabreicht der Arzt über einen bestimmten Zeitraum mittels einer Spritze ein Medikament, das direkt ins Auge gelangt. Die Behandlung des RVV´s findet unter keimfreien Bedingungen im OP-Raum des Augenarztes oder in einer Augenklinik statt. Sie dauert nur wenige Minuten. Da das Auge örtlich betäubt wird, tut dieser kleine Eingriff in der Regel nicht weh.

Bei dem eingebrachten Medikament handelt es sich um einen Wirkstoff, der die wesentliche Ursache des Makulaödems bekämpft: den so genannten „Vaskulären Endothelialen Wachstumsfaktor“ (VEGF). Er ist der entscheidende Faktor bei der Entstehung von Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut, die sich auf das Sehvermögen auswirken. Bei der Behandlung einer Thrombose im Auge wird die Bildung dieses VEGF gehemmt. Die Verabreichung des VEGF-Hemmers mit der Spritze hat das Ziel, einer weiteren Flüssigkeitsansammlung an der Makula vorzubeugen und das bereits vorhandene Ödem abzubauen. Gelingt dies, wird die Sehschärfe verbessert. Zur Aufrechterhaltung des Behandlungserfolges müssen die Injektionen typischerweise über mehrere Monate wiederholt werden.

Retinaler Venenverschluss: weitere Behandlungsmöglichkeiten

Ein weiterer Ansatz bei der Therapie des retinalen Venenverschlusses ist die Verabreichung von Kortison-Präparaten. Das beim RVV eingesetzte Kortison wird in Form eines kleinen Implantats verabreicht. Ein kleiner Medikamententräger verbleibt dabei im Augeninneren. Er gibt über mehrere Monate kontinuierlich geringe Mengen des Wirkstoffs ab. Bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck wird man mit dem Einsatz dieser Medikamente zurückhaltend sein, da diese ein Glaukom („Grüner Star“) ungünstig beeinflussen können. Außerdem wirken diese sich negativ auf die Linse aus und können zu einem grauen Star führen.

Generell ist es bei der Behandlung eines retinalen Venenverschlusses wichtig, auch bestehende Grunderkrankungen wie etwa Bluthochdruck oder Diabetes („Zuckerkrankheit“) in den Griff zu bekommen. Außerdem sollte auf das Rauchen verzichtet werden.

Ihr Ansprechpartner: Ihr Augenarzt

Eine kompetente Betreuung ist generell bei jeder chronischen Erkrankung sehr wichtig. Das gilt selbstverständlich auch für die Therapie bei einem retinalen Venenverschluss. Der Augenarzt steht seinen Patienten dafür zur Verfügung. Er kann regelmäßig das Sehvermögen kontrollieren und frühzeitig eventuelle Veränderungen erkennen. Bei einer Zentralvenenthrombose wird er die entsprechende Therapie veranlassen. Bei einem frisch erkannten RVV empfiehlt der Augenarzt auch weitere Untersuchungen durch den Hausarzt oder andere Fachärzte.

Das Risiko, einen RVV zu erleiden, steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Deshalb ist für jeden Menschen ab 50 Jahren der regelmäßige Termin beim Augenarzt wichtig, um das Sehvermögen zu schützen. Wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird, stehen die Chancen für eine Verbesserung der Sehschärfe mit einer frühzeitigen Behandlung des retinalen Venenverschlusses gut.

Weitere Informationen rund um den RVV, dessen Behandlungsmöglichkeiten und mögliche Therapien bietet Ihnen der VisusVital Service von Bayer. Dort finden Sie außerdem neben vielen Tipps Kontakte zu Selbsthilfegruppen und Ansprechpartner.