Kontrast
Drucken

Der retinale Venenverschluss - Thrombose im Auge

Das Auge ist für den Menschen das wichtigste Sinnesorgan: Es stellt eine visuelle Verbindung zur Welt her. Veränderungen, die sich auf das Sehvermögen auswirken, werden deshalb meist schnell erkannt. Das ist auch bei einem retinalen Venenverschluss (RVV) der Fall. Dabei handelt es sich um den Verschluss einer Vene in der Netzhaut (Retina). Er wird häufig auch als Thrombose im Auge bezeichnet. Bei einer Thrombose verschließt ein Blutgerinnsel ein Gefäß. Weltweit sind nach Schätzungen ca. 16,4 Millionen Menschen von einem Verschluss einer Netzhautvene betroffen. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter deutlich an.

Retinaler Venenverschluss - Verschluss einer Netzhautvene

Eine Thrombose der Augenvene ist eines der häufigsten Gefäßleiden im Auge. Dabei wird die Versorgung der Netzhaut durch einen Stau beeinträchtigt. Meistens wird dieser Stau durch ein Blutgerinnsel verursacht. An der betroffenen Stelle entsteht ein Engpass, der zu einem Rückstau des Blutes führt. Da somit das Blut nicht mehr aus der Vene fließen kann, kommt es bei retinalen Venenverschlüssen zum Austritt von Gewebeflüssigkeit und zu Blutungen in der Netzhaut.

Der wichtigste Risikofaktor für einen RVV ist der Bluthochdruck. Doch auch Diabetiker und Raucher sind überdurchschnittlich stark gefährdet. Auch ein zu hoher Cholesterinwert und ein zu hoher Harnsäuregehalt des Blutes erhöhen das Risiko. Im Auge selbst kann es ebenfalls Risikofaktoren für den Verschluss einer Vene geben: Patienten mit einem Glaukom („Grüner Star / erhöhter Augeninnendruck) sind stärker gefährdet.

Zentralvenenverschluss (ZVV) oder Venenastverschluss (VAV)

Je nach Lage des retinalen Venenverschlusses unterscheidet man zwei Arten:

Ist die gesamte Netzhaut betroffen, wird der Verschluss als Zentralvenenverschluss (ZVV) bezeichnet.  Die klassische Ursache ist ein kleines Gerinnsel, das sich in der Zentralvene festsetzt. Der „Pfropf“ führt zum Stau des Gefäßes. Dieser Vorgang wird häufig auch „Zentralvenenthrombose“ genannt. Ein Zentralvenenverschluss deutet sich durch wiederholtes Verschwommensehen an. Die Symptome der Thrombose am Auge entwickeln sich über Stunden und Tage. Manche Patienten bemerken einen dunklen Schleier, andere ein verzerrtes Sehen. Das wichtigste Symptom ist die Herabsetzung der Sehschärfe. Besonders ausgeprägt ist dieser Sehverlust, wenn sich als Folge ein Makulaödem gebildet hat.

Ein retinaler Venenverschluss kann aber auch an anderer Stelle entstehen: Neben der großen Vene, die das verbrauchte Blut aus der Netzhaut abtransportiert, gibt es auch kleinere Äste dieser Zentralvene. Kommt es dort zu einem Venenverschluss im Auge, spricht man von einem Venenastverschluss(VAV). Dieser verläuft meist günstiger als eine Zentralvenenthrombose – je nach Lage in der Netzhaut. Der Sehverlust ist milder und oft auf einen bestimmten Teil des Gesichtsfeldes begrenzt.

Sowohl beim Zentralvenenverschluss als auch beim Venenastverschluss ist eine rechtzeitige Diagnose durch einen Augenarzt wichtig. Besonders ältere Menschen sollten sich deshalb rechtzeitig über Behandlungsmöglichkeiten informieren.