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Das Makulaödem bei RVV – Therapie bei Minderversorgung der Netzhaut

Eine mögliche Folgeerkrankung bei einem retinalen Venenverschluss (RVV) ist das Makulaödem. Dies ist eine Ansammlung von Gewebeflüssigkeit in der Makula, welche nicht mehr abtransportiert werden kann. Die Makula befindet sich in der Netzhautmitte. Sie besitzt die höchste Dichte an Sinneszellen und ist das Zentrum der visuellen Wahrnehmung.

Eines der häufigsten Symptome des Makulaödems aufgrund eines retinalen Venenverschlusses ist eine Verschlechterung des Sehens im Zentrum des Gesichtsfeldes. Gegenstände erscheinen verschwommen, und einzelne Bereiche oder Kontraste werden nicht mehr voll wahrgenommen.*

Die wesentliche Ursache des Makulaödems aufgrund eines retinalen Venenverschlusses ist in den vergangenen Jahren immer besser erforscht worden. Wissenschaftler haben einen Faktor entdeckt, der bei der Entstehung eine wichtige Rolle spielt. Er heißt „Vaskulärer Endothelialer Wachstumsfaktor“ und wird nach seiner englischen Bezeichnung VEGF abgekürzt.

Aufgrund des retinalen Venenverschlusses kann eine ausreichende Versorgung der Netzhaut mit Nährstoffen und Sauerstoff nicht gesichert werden. Dadurch entsteht in der Netzhaut eine Minderversorgung. Die Netzhaut versucht, diesem Mangelzustand entgegenzuwirken, indem sie vermehrt den VEGF produziert. Dieser führt zu einer höheren Durchlässigkeit der Blutgefäße und zum Austritt der Gewebeflüssigkeit in der Netzhaut. Auf diese Weise entsteht ein Ödem, das das Sehen beeinträchtigt.

Vaskulärer Endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF) – Flüssigkeitsansammlung in der Makula

Gegen den auslösenden Faktor VEGF gibt es Medikamente, so genannte VEGF-Hemmer. Bei der antiVEGF-Therapie gelangt das Medikament sehr nah an den Ort des Geschehens: Der Wirkstoff wird mit Hilfe einer Spritze in das Auge eingebracht, genauer gesagt in den Glaskörper des Auges. Das ist jene durchsichtige, an ein Gel erinnernde Füllung des Augapfels. Die Gabe des Medikaments erfolgt in der augenärztlichen Praxis oder Klinik.

Die Makulaödem Therapie findet unter sterilen Bedingungen statt. Der Patient bekommt zunächst lokal betäubende Augentropfen. Die Injektion, die mit einer sehr kleinen Kanüle vorgenommen wird, schmerzt dadurch selten. Durch den VEGF-Hemmer soll einer weiteren Flüssigkeitsansammlung in der Makula vorgebeugt und der Abbau des vorhandenen Ödems beschleunigt werden. Das Ziel dabei ist, die Sehschärfe zu verbessern.

Anhand von Verlaufskontrollen und dem dabei dokumentierten Ansprechen der Therapie lässt sich erkennen, ob die Behandlung erfolgreich war. Bisherige Studien mit VEGF-Hemmern bei einem Makulaödem als Folge eines retinalen Venenverschlusses zeigen sehr günstige Effekte. Sie belegen eine Verbesserung der Sehschärfe bei den meisten Patienten. Bei zahlreichen Betroffenen ist bereits wenige Tage nach dem Beginn der VEGF-Therapie ein Anstieg der Sehschärfe festzustellen. Die Wirksamkeit hängt von verschiedenen Faktoren, wie der Dauer der Erkrankung und dem Sehvermögen bei Beginn dieser Therapie ab. Eine Behandlung eines Makulaödems aufgrund eines retinalen Venenverschlusses ist sehr wichtig: Wird die Flüssigkeitsansammlung als Folge eines RVVs nicht behandelt, kann dies zu dauerhaften Schädigungen bis hin zur Erblindung führen.

Behandlung des Makulaödems mit Steroiden

Eine andere Klasse von Medikamenten, die zur Behandlung eines Makulaödems aufgrund eines retinalen Venenverschlusses im Auge eingebracht werden, sind Kortison-Präparate. Das beim RVV eingesetzte Kortison wird in Form eines kleinen Implantats verabreicht. Ein kleiner Medikamententräger verbleibt dabei im Augeninneren. Er gibt über mehrere Monate kontinuierlich geringe Mengen des Wirkstoffs ab. Bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck wird man mit dem Einsatz dieser Medikamente zurückhaltend sein, da diese ein Glaukom („Grüner Star“) ungünstig beeinflussen können. Außerdem wirken diese sich negativ auf die Linse aus und können zu einem grauen Star führen.

 

Mehr Informationen über Augenerkrankungen, wie dem RVV, finden Sie bei VisusVital – der starke Service von Bayer. Betroffene können sich dort z.B. kostenlos telefonisch beraten lassen und erhalten vielfältige Hilfestellungen rund um ihre Erkrankung.

 

* Quelle: http://www.breyerkaymak-augenchirurgie.de/de/makulaoedem/