Thrombose im Auge

Eine Thrombose, also der Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel, tritt typischerweise in den Beinen auf. Aber auch die Augen können betroffen sein: Ist eine Vene in der Netzhaut verschlossen, liegt eine Thrombose im Auge vor. Der Verschluss beeinträchtigt die Durchblutung des Auges, so dass es schnell zu Seheinschränkungen kommen kann. Ärzte sprechen dann von einem retinalen Venenverschluss (RVV).

Zudem kann das Blut an der verengten Stelle der betroffenen Vene nicht abfließen, es kommt zu einem Rückstau. Als Folge können Blutungen in der Netzhaut auftreten und Gewebeflüssigkeiten austreten. Sammelt sich die Flüssigkeit in der Makula an, ist ein Makulaödem entstanden – eine Folgeerscheinung des Venenverschlusses.

 

Retinaler Venenverschluss einfach erklärt

Tatort-Gerichtsmediziner Joe Bausch interviewt Prof. Dr. Alireza Mirshani (Direktor der Augenklinik Dardenne)

Symptome entwickeln sich innerhalb kürzester Zeit

Generell verlieren Blutgefäße mit zunehmendem Alter an Elastizität. Sie sind weniger durchlässig und können schneller verstopfen – auch die Gefäße im Auge. Daher tritt ein retinaler Venenverschluss bei älteren Menschen zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr auf, deutlich häufiger auf als bei jungen Menschen.1

Die Symptome eines retinalen Venenverschlusses entwickeln sich innerhalb von wenigen Tagen oder Stunden. Betroffene sehen meist nicht mehr scharf und bemerken plötzlich einen dunklen Schleier vor dem Auge oder eine Verzerrung beim Sehen. Ausgeprägte Beschwerden werden meist nicht vom Venenverschlusses selbst verursacht, sondern von einem Makulaödem, das sich in Folge dessen gebildet hat.

Der Verschluss einer Netzhautvene ist meist einseitig, in fünf bis zwölf Prozent der Fälle können beide Augen betroffen sein. Erkrankt ein Auge, so ist allerdings auch das gesunde Auge einem höheren Risiko ausgesetzt, einen Venenverschluss zu erleiden.

Zentral oder verästelt: zwei Arten des retinalen Venenverschlusses

Je nachdem, welche Venen an welcher Stelle verschlossen sind, unterscheidet man zwei Arten des retinalen Venenverschlusses:

Ist die Zentralvene verstopft, nennen Augenärzte dies Zentralvenenverschluss (ZVV) oder auch Zentralvenenthrombose. Dann ist der Blutabfluss aus der gesamten Netzhaut gestört. Ein solcher Zentralvenenverschluss deutet sich durch wiederholtes Verschwommensehen an.

Verschluss der Zentralvene im Auge

Sind die kleineren Äste der Zentralvene verstopft, spricht man von einem Venenastverschluss (VAV). Meistens ereignet er sich dort, wo sich Arterien und Venen kreuzen.

Der Venenastverschluss kommt deutlich häufiger vor als der Zentralvenenverschluss - und zwar in etwa 85 Prozent der Fälle. Ein Venenastverschluss verläuft meist günstiger als ein Zentralvenenverschluss, der Sehverlust ist milder und oft auf einen Teil des Gesichtsfeldes begrenzt.

Venenastverschluss im Auge

Je früher ein retinaler Venenverschluss erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, schwerwiegende Sehbeeinträchtigungen zu vermeiden. Es ist also wichtig, Veränderungen im Sehvermögen an sich selbst zu beobachten und bei Auffälligkeiten umgehend den Augenarzt aufzusuchen. Auch sollten Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder ein erhöhter Cholesterinwert konsequent behandelt werden. So schaffen Sie die besten Voraussetzungen für den Erhalt Ihres Sehvermögens.