Sehschärfe und Visus

Wichtig für unser Sehvermögen

Von dem Begriff Visus sprechen Ärzte, wenn es um unsere Sehschärfe geht.1 Allgemein versteht man darunter unsere Fähigkeit, mit den Augen Strukturen und Oberflächen unserer Umwelt wahrzunehmen und zu erkennen. Viele Berufe oder der Umgang mit Maschinen und Fahrzeugen erfordern eine Mindestsehschärfe, die vorab ärztlich bescheinigt werden muss.

Im engeren Sinne bezeichnet die Sehschärfe die Fähigkeit der Netzhaut, zwei Punkte als getrennt wahrzunehmen. Eine Sehschärfe von 100 Prozent entspricht einem Wert von 1,0. Je kleiner die Elemente eines Objektes sind, das man erkennt, desto höher ist der Wert.

Man spricht von einem Visus von 1,0, wenn das Auge aus einem Abstand von fünf Metern 1,5 Millimeter große Details an einem Objekt erkennen kann. Vor allem jüngere Menschen haben jedoch oft ein so gutes Sehvermögen, dass ihr Visus bei über 100 Prozent liegt. 

Der so genannte Nahvisus ermöglicht es uns, nahe Dinge in einer Entfernung von etwa 30 Zentimetern zu erkennen. Wir benötigen ihn beispielsweise zum Lesen. Der Fernvisus bezeichnet die Fähigkeit, Dinge im Abstand von über einem Meter zu erkennen. 

Mit zunehmendem Alter verändert sich unser Visus. So liegt die Sehschärfe bei einem 20-jährigen Menschen durchschnittlich zwischen 1,0 und 1,6. Ein 80-Jähriger verfügt üblicherweise über einen Visus zwischen 0,6 und 1,0.

Der Visus ist eine der wichtigsten messbaren Größe des Sehsinns. Deshalb gehört es zu den Aufgaben eines Augenarztes, ihn zu überprüfen und im Falle einer Sehschwäche mit geeigneten Therapien zu verbessern oder zu erhalten.

In vielen Fällen überprüft der Augenarzt den Visus durch Buchstaben und Zahlen (Snellen-Test) oder Ring-Symbole (Landolt-Ringe), die in bestimmter Größe und Form an eine Wand projiziert werden. Der Sehschärfe-Test wird mit optimaler optischer Korrektur durchgeführt, das heißt mit dem optischen Hilfsmittel (z.B. Brille), mit dem der Untersuchte am besten sehen kann.

Ein spezieller Test zur Früherkennung und Kontrolle von Makulaerkrankungen ist der so genannte Amsler-Gitter-Test.

Wenn sich der Visus verschlechtert, kann das verschiedene Gründe haben. Dazu gehören beispielsweise Schäden der Netzhaut oder des Sehnervs sowie Trübungen des Glaskörpers oder der Hornhaut.

Bild von einer Sehtafel zur Überprüfung der Sehstärke
Sehtafel zur Überprüfung des Visus

Verschiedene Erkrankungen wie die altersbedingte Makuladegeneration oder das diabetische Makulaödem wirken sich auf die Netzhaut aus und schädigen sie. Geeignete Behandlungsformen können in diesen Fällen dazu beitragen, die Sehschärfe zu verbessern oder zu erhalten.

 

1 In diesem Artikel werden die Begriffe Visus und Sehschärfe gleichbedeutend verwendet.

 

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