Die feuchte altersbedingte Makuladegeneration

Unkontrolliertes Gefäßwachstum in der Netzhaut

Im Krankheitsverlauf der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) lagern sich Abbauprodukte in der Netzhaut ab. Diese so genannten Drusen sorgen dafür, dass Nährstoffe und Sauerstoff immer breitere Schichten durchqueren müssen, um zu den Netzhautzellen zu gelangen. Dadurch verschlechtert sich die Versorgung des Auges, was dazu führen kann, dass unter der Makula plötzlich an Stellen neue Gefäße wachsen, an denen normalerweise keine sind. Da diese Gefäße häufig instabil und undicht sind, kann aus ihnen Blut austreten. Diese fortgeschrittene Form der Erkrankung nennt man feuchte altersbedingte Makuladegeneration (fAMD).

Bild von dem Querschnitt der Netzhaut bei einer feuchten AMD
Querschnitt der Netzhaut bei feuchter AMD

Verantwortlich für das Wachsen der neuen Blutgefäße ist der körpereigene Botenstoff VEGF („Vascular Endothelial Growth Factor“, zu Deutsch „Vaskulärer Endothelialer Wachstumsfaktor“). Dieser ist bei feuchter AMD in zu großen Mengen vorhanden und löst das krankhafte Gefäßwachstum in der Netzhaut aus.

In der Regel ist es gewünscht, dass VEGF das Wachstum neuer Blutgefäße im Körper fördert - z.B. bei der Entwicklung eines Embryos oder nach einem Herzinfarkt. In der Makula ist dies aber von Nachteil, da durch die zusätzlichen Blutgefäße das zentrale Sehen verloren gehen kann. Eine feuchte AMD schreitet meist schnell voran und kann unbehandelt zur Erblindung führen. Moderne Therapien mit VEGF-Hemmern können das Gefäßwachstum jedoch zurückdrängen und die überschüssige Flüssigkeit aus dem Auge entfernen. 

Da es sich bei der feuchten altersbedingten Makuladegeneration um eine chronische Erkrankung handelt, sind regelmäßige Behandlungen wichtig, um das Sehen zu erhalten.

Bei etwa 15 Prozent der betroffenen AMD-Patienten entwickelt sich aus der trockenen eine feuchte Makuladegeneration. Patienten mit trockener AMD sollten sich deshalb regelmäßig augenärztlich untersuchen lassen.

Feuchte AMD verständlich erklärt

Im Interview erklärt Dr. med. J. Torrent Despouy die feuchte altersbedingte Makuladegeneration.

 

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