Behandlung von Makulaerkrankungen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Fortschreiten einer Netzhauterkrankung zu verhindern. Oft kann dabei die Sehkraft erhalten oder sogar wieder verbessert werden. Wichtig ist, so früh wie möglich mit einer Behandlung zu beginnen. Welche für Sie geeignet ist, entscheidet der Arzt individuell und gemeinsam mit Ihnen.

Unabhängig davon, welchen Therapieweg Sie im Krankheitsfall beschreiten ist es wichtig, dass Sie bei der Einnahme von Medikamenten, bei der Durchführung von Behandlungen und bei ärztlichen Kontrollen konsequent am Ball bleiben. Moderne Therapien und längere Behandlungsintervalle stellen hierfür bereits eine große Erleichterung dar. Bedenken Sie immer: Eine gute Sehfähigkeit bedeutet nicht nur Lebensqualität für Sie, sondern auch für Ihre Familie und Freunde. Sie alle wünschen sich ebenso wie Sie, dass Sie möglichst lange aktiv am Leben teilhaben können.

Moderne Behandlung mit VEGF-Hemmern

Erkrankungen, bei denen der Wachstumsfaktor VEGF ein unkontrolliertes Gefäßwachstum auslöst oder Ödeme die Ursache für verminderte Sehkraft sind, werden heutzutage mit modernen Medikamenten behandelt. Ziel ist die Hemmung des VEGF. Die Therapie drängt das Gefäßwachstum zurück und entfernt die überschüssige Flüssigkeit effektiv aus dem Auge. Bei wiederholter Anwendung kann sich die Sehschärfe stabilisieren und sogar wieder verbessern.

 

Innovation in der Augenheilkunde

Die Entwicklung von Wirkstoffen, mit denen der Wachstumsfaktor VEGF gehemmt werden kann (VEGF-Hemmer), ist in der Augenheilkunde einer der wichtigsten Fortschritte der letzten Jahre. Der Wirkstoff wird direkt ins Augeninnere gespritzt. Die Behandlung, auch intravitreale Injektion genannt, erfolgt unter lokaler Betäubung in der Praxis oder einer Klinik. Sie dauert nur wenige Minuten und tut aufgrund der Betäubung in der Regel nicht weh. Nach der Injektion kann der Patient nach kurzer Wartezeit wieder nach Hause.

 

Bild vom Querschnitt des Auges während der Behandlung mit der Spritze
Spritze mit VEGF-Hemmer ins Augeninnere

Studien belegen Erhalt und Verbesserung der Sehfähigkeit

Die Wirksamkeit der VEGF-Hemmer ist inzwischen in zahlreichen Veröffentlichungen dokumentiert. Klinische Studien zeigen, dass das Sehvermögen erhalten und meist sogar die Sehschärfe verbessert werden kann. Da es sich bei den Netzhauterkrankungen in der Regel um chronische Erkrankungen handelt und die Arzneimittel nur eine begrenzte Zeit wirken, sind wiederholte Behandlungen über einen längeren Zeitraum nötig. Wenn Sie für diese Behandlung in Frage kommen, wird Ihnen Ihr Arzt über einen Zeitraum von mehreren Monaten VEGF-Hemmer injizieren.

 

Feuchte AMD - So läuft die Behandlung mit der Spritze ab

Dr. med. J. Torrent Despouy erklärt die Therapie

 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Kortison-Präparate

Kortison ist für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt. Bei einem diabetischen Makulaödem oder einem retinalen Venenverschluss etwa kann es entzündliche Schwellungen lindern. Es wird in Form eines Implantats verabreicht, wobei ein kleiner Medikamententräger im Augeninneren verbleibt und über mehrere Monate kontinuierlich geringe Mengen des Wirkstoffs abgibt. Bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck sind Ärzte mit dem Einsatz von Kortison und anderen Steroiden bzw. Steroidhormonen (einer bestimmten Klasse von körpereigenen Hormonen) zurückhaltend, da sie auf ein Glaukom ungünstig einwirken können. Außerdem beeinflussen Steroide im Gegensatz zu einem VEGF-Hemmer die Linse negativ und können zu einem grauen Star führen.

 

Lasertherapie

In einigen Fällen, beispielsweise bei diabetesbedingten Netzhautkrankheiten, ist eine weitere Therapiemöglichkeit die Laserbehandlung. Mit einem Laserstrahl kann der Arzt krankhafte Blutgefäße, aus denen Flüssigkeit austritt, gezielt veröden. Diese Therapie kann den Verlust der Sehschärfe stoppen. Allerdings kann es passieren, dass der Laser neben den Gefäßen auch Gewebe rund um die Makula zerstört. Dann bleiben Narben zurück, die sich ausdehnen und zu einem Verlust der Sehschärfe führen können.

Über viele Jahre war eine gezielte Laserbehandlung der Makula eine Standardtherapie, etwa bei der feuchten AMD. Heute ist die moderne Therapie mit VEGF-Hemmern Standard.

 

Photodynamische Therapie (PDT)

Die photodynamische Therapie (PDT) wird allenfalls bei einigen Sonderformen der AMD angewandt. Durch das Verfahren können, vereinfacht beschrieben, krankhafte Gefäßneubildungen sichtbar gemacht und in einem weiteren Schritt verödet werden. Ein Flüssigkeits- und Blutaustritt ist somit nicht mehr möglich.

 

Grunderkrankungen behandeln

Da einige Netzhauterkrankungen durch Bluthochdruck oder Diabetes ausgelöst werden können, ist es wichtig, diese Grunderkrankungen konsequent zu behandeln. Wenn möglich sollten Sie zudem auf das Rauchen verzichten.

Ihr Augenarzt als Ansprechpartner

Wie bei jeder chronischen Erkrankung ist es auch bei einer Netzhauterkrankung sehr wichtig, dass Sie kompetent betreut werden. Ihr Augenarzt steht Ihnen dafür mit seinem Team zur Verfügung. Er wird regelmäßig Ihr Sehvermögen testen, um den Verlauf der Erkrankung zu kontrollieren, frühzeitig eventuelle Veränderungen festzustellen oder die Therapie entsprechend anzupassen. Für jeden Betroffenen ist daher der regelmäßige Termin beim Augenarzt eine wichtige Voraussetzung, um das Sehvermögen zu schützen. Nutzen Sie dieses Angebot und werden Sie aktiv.

Hilfsmittel für den Alltag

In unserem VisusVital Service-Bereich stellen wir Ihnen unsere Services für Menschen mit Netzhauterkrankung und Sehbeeinträchtigung sowie Hilfen für Angehörige vor. Neben Broschüren mit Tipps und Tricks für denn Altag können Sie sich auch Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen ansehen.