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20.02.2026
Künstliche Intelligenz in der Augenarztpraxis
Wie ein modernes Gerät Patienten mit Makulaerkrankungen zugutekommt
Eine frühzeitige Diagnose ist bei Makulaerkrankungen entscheidend, um das Sehvermögen möglichst lange zu erhalten. Doch viele Patientinnen und Patienten kennen das Problem: lange Wartezeiten auf einen Augenarzttermin – besonders im ländlichen Raum. In Zörbig in Sachsen-Anhalt geht man nun einen neuen Weg, um genau hier Abhilfe zu schaffen.
Untersuchungen ohne Augenarzt vor Ort möglich
In der Zweigpraxis des Instituts für Augenheilkunde Halle setzt Augenarzt Dr. Tobias Duncker seit April auf ein innovatives Diagnosesystem, das mit künstlicher Intelligenz (KI) arbeitet. Das sogenannte Eyelib™-System ermöglicht es, Augenuntersuchungen auch an Tagen durchzuführen, an denen kein Arzt vor Ort ist.
Wie läuft eine Untersuchung ab?
Eine Untersuchung mit dem modernen Gerät folgt dabei einem einfachen Ablauf. Zunächst beantworten die Patientinnen und Patienten einige Fragen zu ihren Beschwerden. Anschließend führt das KI-gestützte System – begleitet von geschultem Praxispersonal – verschiedene automatisierte Untersuchungen durch. Innerhalb weniger Minuten erkennt die Technik typische Auffälligkeiten an der Netzhaut. Die Auswertung erfolgt anschließend durch einen Augenarzt, der die Ergebnisse auch aus der Ferne beurteilen kann.
Studie soll zeigen, ob mehr Menschen rechtzeitig behandelt werden
Begleitend zu dem neuen Angebot läuft eine einjährige Pilotstudie. Sie soll zeigen, wie gut sich das System in den Praxisalltag integrieren lässt und ob dadurch mehr Menschen rechtzeitig untersucht und behandelt werden können. Besonders wichtig für Zörbig: An zwei Tagen pro Woche, an denen bislang kein Arzt verfügbar war, können nun dennoch augenärztliche Untersuchungen stattfinden. Das Projekt könnte ein Vorbild für viele weitere Regionen werden – und zeigen, wie moderne Technik dabei hilft, die medizinische Versorgung auch außerhalb großer Städte zu sichern.